Meine Olympia- Analyse: Das Silber vergolden

Ja, ich gebe zu; Nach dem Siegtreffer Russlands hatte ich mit den Tränen zu kämpfen. Ich habe mit unserer Mannschaft mitgefühlt, die Gold vor Augen hatte. Aber nur wenig später waren es Freudentränen. Silber gewonnen! Eine historische Leistung. Dieses Team hat Eishockey ins Bewusstsein von Millionen Deutschen zurück gebracht.

Mehr noch: Die olympische Bühne ist für unseren Sport existenziell. Gerade im Jahr der Spitzensportreform den Entscheidern des DOSB und des für Sport zuständigen Bundesinnenministeriums zu zeigen, dass Eishockey sogar medaillenträchtig und weiter förderungswürdig ist, kann man nicht hoch genug einschätzen.

Die Förderung gibt dem finanziell nicht wirklich auf Rosen gebetteten DEB die Möglichkeit, nachhaltig zu arbeiten. Denn genau das ist jetzt das Wichtigste. Dass wir den Weg der Reformen zum Beispiel im Nachwuchs und in der Trainerausbildung weitergehen und nicht sagen „Was wollt Ihr denn, es doch alles gut“. Denn das ist es nicht. Zum Glück haben wir Leute im Verband wie Sportdirektor Stefan Schaidnagel und Bundestrainer Marco Sturm, die einen Teufel tun werden sich zurückzulehnen, sondern weiter anschieben werden.

Die angestoßenen Reformen werden dazu beitragen, dass wir noch mehr gut ausgebildete Spieler herausbringen. Das wird es auch der DEL erleichtern, diese Spieler einzubauen, jünger und schneller zu werden – auch kostengünstiger. Nur mit Nachhaltigkeit, mit intensiverer Zusammenarbeit auf allen Ebenen unter Ausschluss von Gartenzaun-Denken können wir auch künftig zumindest in der Nähe solcher Erfolge sein.

Lasst uns gemeinsam dieses Silber vergolden.